MGV Havixbeck - Das Konzert 2007

Das Konzert 2007



Musikalischer Schabernack

Havixbeck. Zu einem Konzert, das November-Trübsal keine Chance ließ, hatten am Samstag der Männergesangverein (MGV) „Cäcilia“ und das Vokalensemble bon.timbre eingeladen. Ein erfrischender MGV und eine quicklebendige, sechsköpfige A-cappella-Gruppe boten ihrem Publikum im Forum der Gesamtschule ein facettenreiches Programm: kurzweilig, äußerst vielseitig, witzig und spritzig, mal mit klassischem Repertoire, mal mit bester Unterhaltungsmusik. „Aber bitte mit Sahne“ könnte ein Motto dieses Konzertes gewesen sein, das bewusst auf ein solches verzichtet hatte.Mit Madrigalen aus dem 16. Jahrhundert eröffnete bon.timbre seinen Part und nahm das Publikum sofort gefangen. „Wir singen von der Liebe“, hatten die Herren erklärt, und das kann ganz unterschiedliche Ausformungen haben: mal freudig und schön, mal mit der ganzen Tiefe der russischen Seele. Der Liebende kann aber auch in tiefes Klagen ausbrechen, wenn die Liebste die Anbetung nicht erwidert. So legten die schönen ausgewogenen Stimmen im Stück „Languir me fais“ einen Zauber in den Raum, und hüllten mit klagenden Klängen ein. Das Sextett mit Kontratenor, Tenor, Bariton und Bass überzeugte mit hohem Niveau und unterhaltsamer Gesangsshow.Der erste Teil des Konzerts widmete sich vor allem klassischem Repertoire. Einfühlsam besang der MGV die Sehnsucht nach Freiheit im Chor der Gefangenen aus Verdis Oper „Nabucco“. Hier wurde auch die hervorragende Klavierbegleitung von Johannes Engel deutlich.Tenor Franz Kückmann nahm mit „Nessun Dorma“ von Giacomo Puccini gefangen, jenem Stück, dem Pavarotti wieder zu großer Bekanntheit verholfen hatte. Als weitere Solisten aus den Reihen des Chors hatten Bass Heinz Bernemann und Tenor Michael Zumbusch ihren Auftritt mit zwei Schlagern.Die Sänger des MGV überzeugten nicht nur mit klassischem und traditionellem Liedgut. Witzig-spritzig war ihr Lobgesang auf die Männer im Stück „Männer mag man eben“. Aber auch die Frauen kamen musikalisch zu ihrem Recht. Liebenswert, locker-flockig besangen sie das weibliche Geschlecht in dem Lied „Frauen sind anders“ – eine überaus charmante Liebeserklärung. Nach solch frischen und jungen Darbietungen müsste die Nachwuchssuche der „gestandenen Herrn“ auf Erfolg stoßen.Beste Unterhaltungsmusik mit Pop, Schlagern und Evergreens wurde im zweiten Teil des Abends geboten.Parodien und Persiflagen, musikalischer Schabernack und eine verblüffende Wandlungsfähigkeit sind ein Markenzeichen von bon.timbre. „Buona sera“ kann mit wunderbarem italienischen Schmalz vorgetragen werden; der gleiche Schlager kann aber auch fetzig-rhythmisch daherkommen. Das bewiesen die sechs Vortragskünstler in überzeugender Weise. Umwerfend war ihre Gesangsshow in Peter Maffays Lied „Es war Sommer“. Herrlich schmalzig interpretierte das Ensemble den Schlager.„Das macht richtig Spaß mit Euch“, bedankte sich Chorleiter Markus Reidegeld bei bon.timbre. Das Kompliment kann man auf die gesamten Akteure des Abends ausweiten: Meine Herren, es hat großen Spaß gemacht, Sie zu erleben und Ihnen zuzuhören.

Montag, 19. November 2007 | Quelle: Westfälische Nachrichten (Havixbeck)

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