Die Chorprobe beginnt mit einer kurzen Ansprache unseres 1. Vorsitzenden Theodor Berning zur Lage des Chores, in der über Ereignisse der zurückliegenden Woche und aktuelle Vorhaben kurz berichtet wird.
Danach beginnt Markus Reidegeld sein Donnerstag-Abend-Werk zu verrichten. Unser Chorleiter lässt uns dabei zuerst einmal ein bisschen Abendgymnastik machen. Um unsere Durchblutung zu fördern recken und strecken wir uns, klopfen unsere Arme und Beine ab und streifen beide - wie zur Belohnung - ab. Danach machen wir mit gesanglichen Atemübungen weiter oder - um es anders auszudrücken - mit der stimmlichen Auseinandersetzung mit den Selbstlauten "a, e, i, o, u".
Etwa um 19:50 Uhr geht es erstmalig an die Noten, die für jeden einzelnen Sangesbruder in einer Notenmappe feinsäuberlich sortiert sind. In der Regel wird bei der Einstudierung neuer Musikstücke zuerst einmal die Melodie auf dem E-Piano vorgespielt, so dass wir Sänger schon mal eine Idee davon bekommen können, was auf uns zukommt.
Frei nach dem Motto "teile und beherrsche" wird nun das Musikstück stimmenweise und in überschaubaren Teilabschnitten geprobt. Dabei wird wieder jede einzelne Stimmlage - ob Tenor 1 als höchste Stimme oder Tenor 2, Bass 1 oder Bass 2 als tiefste Stimmlage - auf dem E-Piano vorgespielt. Auszugsweise wird von unserem Chorleiter auch für jede Stimmlage vorgesungen, so dass spätestens jetzt jeder Sänger erkennen sollte, was die Noten bedeuten. Und in der Regel klappt das auch.
Natürlich bedarf es bis zur Aufführungsreife eines neuen Musikstückes sehr viel Zeit und Muße. Um die Probenarbeit nicht allzu sehr in Stress ausarten zu lassen, wird den Sängern so gegen 20:45 Uhr die Möglichkeit gegeben, sich bei einem Kaltgetränk ihrer Wahl ein wenig auszuruhen. Mit den so geölten Kehlen geht die Probenarbeit nach der Pause spürbar gelöster von der Hand. Faszinierend ist bei der Probenarbeit, dass es dem Chorleiter immer wieder gelingt, aus einem anfangs schwer singbar scheinenden Musikstück einen harmonischen Chorklang zu entwickeln.
Am Ende der Probe, so gegen 21.30 Uhr, kommt es bei immerhin gut 40 aktiven Sängern vor, dass wir einem unserer Sänger zum Geburtstag oder sonstigen freudigen Anlässen ein Ständchen singen, um den Probenabend dann in aller Gemütlichkeit bei einem Fläschchen Bier ausklingen zu lassen.