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Havixbeck. Auch wenn man angesichts des Traumwetters am Sonntag viele Menschen in den heimischen Gärten oder auf den schattigen Waldwegen der Baumberge unterwegs sah, war das traditionelle Café-Konzert im Forum der Anne-Frank-Gesamtschule doch überraschend gut besucht. Und trotz der plötzlichen Absage des MGV Bösensell wegen mehrerer krankheitsbedingter Ausfälle boten der MGV Havixbeck als Gastgeber, der MGV Nottuln und der MGV Appelhülsen ein frisch-fröhliches Repertoire altbekannter Melodien und moderner Interpretationen.
Unter den Zuhörern waren auch Bürgermeister Klaus Gottschling, Pastor Klemens Emmerich, Pfarrer Albert Wöstmann sowie Heinz Niestege vom Vorstand des Sängerkreises Westmünsterland.
Zum Kaffee- und Kuchen der wie immer von der Backstube des Stifts Tilbeck geliefert worden war passte eines der Eingangslieder der Havixbecker Sänger, der für Chöre umgeschriebene galligbittere Udo-Jürgens-Hit Aber bitte mit Sahne, wie die berühmte Faust aufs Auge am Klavier begleitet von Luis Lalana, dirigiert von Markus Reidegeld. Reidegeld, der als Chorleiter auch den MGV Appelhülsen betreut, führte dann durch den abwechslungsreichen Café-Konzert-Nachmittag.
Die Nottulner Sängerfreunde präsentierten im ersten Teil des Programms mit dem großartigen Solisten Peter Schwarz die anspruchsvollen Spirituals Im gonna walk und Lord have Mercy. Noch mehr Beifall war ihnen sicher, als sie mit dem kleinen Schlagzeuger und Nachwuchssänger Jan Platzcke, einem Schüler ihres Chorleiters Karl-Heinz Gerdemann, Udo Lindenbergs Protestsong Wozu sind Kriege da vortrugen. Von Helmut Bülow an der Gitarre begleitet, war es ein nachdenklich stimmendes Kontrastprogramm zu den fröhlich-unbekümmerten Liedern vom Zecher oder Chianti, mit denen die Appelhülsener auftraten.
Viel Applaus von den Zuhörern gab es auch für den Auftritt der Nottulner Sänger mit dem brillanten Havixbecker Trompeter Dennis Teichmann und dem Lied Die Post im Walde.
Das gesamte Konzert dokumentierte, dass Männerchöre zum Teil um junge Künstler erweitert immer noch viel Anklang finden. Doch leider haben wir in Appelhülsen nur noch wenige singfähige Männer, bedauerte deren Vorsitzender Josef Holthaus. Angesprochen auf das 100-jährige Bestehen des MGV Appelhülsen meinte Holthaus: Vielleicht schaffen wir ja noch weitere zehn Jahre. Aber ohne Nachwuchs...?
Havixbecks Sangesbrüder erfreuten die Zuhörer mit der kölschen Fassung von Herbert Grönemeiers Männer. Zusammen mit den Appelhülsenern interpretierten sie auch Mit 66 Jahren, einen Ohrwurm aus dem Repertoire des Schlagerbarden Udo Jürgens.
Für den abschließenden gemeinsamen Auftritt aller Sänger gab es dann Standing Ovations. Ein Beweis dafür, dass gepflegte Chormusik im richtigen Rahmen präsentiert immer ihr Publikum haben wird.
Mittwoch, 18. April 2007 | Quelle: Westfälische Nachrichten (Havixbeck) |

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